Steinmeier vergisst die V-Männer zu ehren

Blödistan: Der Bundespräsident der Herzen, oder vielleicht auch nur seines wiedergfundenen Herzens, der Dank des Parteienfilz nach Schloss Schönblick ausrangiert wurde, gibt sich die Ehre.

Diesmal war es ihm eine Herzensangelegenheit drei Polizisten zu ehren, die den Hochsicherheits-Steinmeier vergisst die V-Männer zu ehrenParlamentsbunker vor dem Reichs-Pöbel-Kindergarten retteten. Heldentaten, die in Windeseile nach einer eisernen Kreuzigung verlangen. Dass rein zufällig wenige hundert Meter weiter zur selben Stunde abertausende Menschen für Freiheit, echte Demokratie und die kaum mehr erkennbaren Restbestände eines Grundgesetzes auf die Straße gingen, war in diesem Zusammenhang nicht der geringsten Erwähnung wert.

Ganz das Gegenteil war der Fall. Die Politik befleißigt sich, genau diese unzähligen Liebhaber von Frieden, Freiheit und echter Demokratie sogleich im Schatten einer kleinen Reichskaspertruppe zu versenken. Als ob die übrigen Menschenmassen in Berlin eine reine Fiktion von Verschönerungstheoretikern gewesen wären. Funktioniert so die anvisierte “Seuchendiktatur”? Warum erschreckt das eigentlich niemanden? Haben wir uns im Rahmen des Seuchenschutzes schon so sehr an Demontage und Verkrüppelung des Rechts gewöhnt? Oder findet unsere Demokratie tatsächlich nur noch in der an diesem Tage weiträumig abgesperrten “Waschmaschine” (Kanzleramt) der Einheizkanzlerin statt? Von dort aus dann zuweilen mit gelegentlicher Liveübertragung an das aus Sicht der Bundesmutti eher virtuelle wie lästige Fußvolk.

Der Reichstreppen-Sturm im Wasserglas

Wo war denn eigentlich der “bedrohte Staat”, besser wohl die “bedrohte Regierung”, als die Grünen 2010 den Sturm auf den Politbunker namens Reichstag übten. Auch sie kamen über die Treppe nicht hinaus: 100.000 sagen “Nein Danke”[Klimaretter]. Damals waren aber noch erheblich mehr Nullen vor Ort. Gab es damals einen “präsidialen Aufschrei” zwecks Rettung der Scheindemokratie? Nein, es wuchs nur schneller “Grünen-Gras” darüber und alles war gut. Warum also jetzt die Aufregung bezüglich nicht weniger verpeilter Zweibeiner? Aber sehen wir uns mal das Drama aus schulmeisterlicher und propagandistisch korrekter Sicht an.

Das hört sich an, als hätte die Bananenrepublik Deutschland gerade den Dritten Weltkrieg gewonnen. Die Wortwahl der Kommentatoren spricht schon mal für sich. Wobei jedermann mit mittler Bildung auch ohne diese Tonspur hätte wissen können, dass da außer ein wenig Sachschaden nichts zu bewegen gewesen wäre. Das entschuldigt sicherlich nicht die Aktion als solches. Bedauerlich ist nur, dass sich Medien und Politik bemüßigt fühlen, anlässlich dieses Kindergarten-Staatsstreichs, viele Tausend Menschen auf der Straße des 17. Juni einfach zu ignorieren oder gar noch in ihre Verächtlichmachung mit einzubeziehen. Objektivität sieht nun mal anders aus. Das hier riecht ein wenig nach klassischer Propaganda für die linke rechte Sache.

Gehts vielleicht noch einen Zahn schärfer?

Steinmeier vergisst die V-Männer zu ehren Man kann das alles noch etwas kritischer beleuchten, wenn man sich vergegenwärtigt wie die heiligste deutsche Zauberbude zu diesem Zeitpunkt gesichert war. Und tatsächlich, da gibt es von der Mittagszeit noch eine schöne eigene Aufnahme. Die drei Helden, mutterseelenallein bis nichtsahnend. Ob dafür andere etwas geahnt haben. War da vielleicht doch nicht so viel Spontanität bei dieser Aktion dabei? Drei Männeken vor der Bundes-Demokratie-Lade könnten vereinzelten Böslinge ja auch als unverhohlene Einladung begreifen. Aber wie sollte die offenbar minderbemittelte Sicherheitsapparatur des Staatsschutzes auch auf so eine abwegige Idee kommen, wenn sie nicht von ihre selbst ist. Sehen wir mal nach:

Spielen wir die Reichskristallkugel mal übers Eck

Unter solchen Aspekten ist es durchaus erlaubt den bundesdeutschen Grüßaugust danach zu fragen, ob er bei der Ehrung nicht etwa die V-Männer- und Frauen vergessen hat. Deren Wirken kommt hier ggf. viel zu kurz. Das ist noch viel bedauerlicher, da die für gewöhnlich schon nicht öffentlich in Erscheinung treten können. Wobei doch gerade sie die eigentliche Ehre vom Hof tragen sollten, oder gar die des Staates vom Hof getragen haben? Pfui, sowas darf der Durchschnittsdeutsche natürlich nicht denken. Der Staat arbeitet immer fein sauber und akkurat. Man muss dabei nur mal an sowas wie “Gladio” denken oder das “Celler Loch”. Fast alle rechten Gruppierungen wären ohne die anständige Führung durch “die Dienste” kaum überlebensfähig. Will sagen, der Staat hält sich seine Büttel und Rädelsführer, die dann im Bedarfsfall die Bedrohung verkörpern dürfen und vors Loch geschoben werden. Psychologisch korrekt angeleitet finden sich dafür immer ein paar Durchgeknallte.

Aber so kann der “komische-Staat”, unweit der “komischen Oper”, zumindest mal wieder einen echten Pyrrhussieg für sich verbuchen. Wir müssen ja hier die Details nicht weiter ausbreiten, besser das Deckmäntelchen des Schweigens darüber werfen, bevor es zu peinlich für die Repräsentanten dieser Inszenierung wird. Und wenn es eines Tages mal untersucht werden sollte, erkennen wir an den Verschlusszeiten der Akten den Grad des Verbrechens. 120 Jahre, wie für Teile der NSU-Akten, erscheinen da überaus angemessen. Man denke nur an die Symbolkraft des Reichstages.

Aber trösten wir uns damit über die Runden, dass der Frank-Walter Steinmeier zumindest die Demokratie mal wieder würdig vorgeführt hat. Selten so herzhaft geweint. Aber das schlimme Treiben hier unten hat es schnell vergessen gemacht.

Steinmeier vergisst die V-Männer zu ehren

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